Es ist schon recht seltsam. Kaum hat der 42 jährige Massimo T. dem Herrn Berlusconi aufs Maul gehauen, wird überall in der Presse bekannt gegeben, dass es sich um jemanden handelt, der sich seit 10 Jahren in psychiatrischer Behandlung an der Mailänder Poliklinik befindet. Aber kaum jemand berichtet darüber, dass es sich um einen gut sozialisierten Mann handelt, der außer einem Führerscheinentzug keine Auffälligkeiten aufweist.
Adelheid Streidel die Lafontaine Attentäterin hatte ja wenigstens noch Wahnvorstellungen und glaubte das die Bonner Regierung Menschen unter der Erde in Konserven packe und andere dort zu willenlosen Befehlsempfängern programmiert wurden. Dabei geht das Kapital bei der Anfertigung von willenlosen Befehlsempfängern doch gar nicht unter die Erde sondern benutzt Bild und die anderen Systemmedien. Klappt toll und ist viel billiger, da die zu Programmierenden den Kram auch noch kaufen oder über Fernsehgebühren bezahlen müssen.
Dieter Kaufmann der Schäuble Attentäter litt offiziell unter paranoidhalluzinatorischer Schizophrenie besser als Verfolgungswahn bekannt. Dabei hatte Kaufmann einen echten Grund. Weil Schäuble als Kohls Kettenhund eine Kampagne gegen Cannabis begann, die Kaufmann für fünfeinhalb Jahre in den Knast brachten, wo er zudem mit Psychopharmaka vollgepumpt wurde, war es eine sehr persönliche Angelegenheit.
Jahre später fühlten sich übrigens Millionen Menschen von Schäuble verfolgt und sie fühlten nicht nur so, sondern sie wurden es auch. Aber selbst die ansonsten relativ merkbefreite Angela Merkel, musste feststellen, dass sie Schäuble auf dem Posten als Innenminister nicht behalten konnte, ohne einen Aufstand zu erzeugen. Deshalb machte sie ihn zum Finanzminister, einem Gebiet auf dem in Deutschland ohnehin nichts mehr richtig gemacht werden kann.
Es ist übrigens interessant, dass die Lafontaine Attentäterin Adelheid Streidel sich Lafontaine nur ausgesucht hat, weil Rau etwas zu weit wegstand. Sie hatte sich also anders als Massimo T. und Dieter Kaufmann kein direktes Opfer ausgesucht, sondern wollte nur einen diffusen, gefühlten Feind verletzen.
Es ist natürlich geradezu ideal, wenn sich solche Täter im langläufigen Sinne verrückt sind. Dann braucht man sich mit ihren Taten nicht auseinander zu setzen. Man kann nach der Tat einfach zur Tagesordnung übergehen und wie gewohnt weitermachen. Das konnte man bei der RAF nicht und als Klaus Hülbrock unter dem Pseudonym Göttinger Mescalero, bei aller Kritik an der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback, seine “klammheimliche Freude” über dessen Tod nicht verhehlen wollte, brach ein künstlicher Sturm der Entrüstung aus.
Tatsächlich empfanden viele, auch bei anderen Opfern der RAF diese klammheimliche Freude, auch wenn sie die Taten, wegen der Tötung von Fahrern und Sicherheitsleuten immer ablehnten. Wie viele mögen gestern wohl in ganz Europa gegrinst haben, als Berlusconi zu Boden ging. Massimo T. dürfte für viele zum Helden geworden sein.
Natürlich ist Gewalt keine Lösung. Aber Berlusconi, Schäuble, Merkel, Westerweller, Ackermann und andere vergewaltigen ihre Staaten. Sie schaffen Gesetze die nur ihnen oder ihrer Klientel nutzen, stärken das Verbrechen, lügen und betrügen wie im Fall Kunduz und bei Millionen anderen Gelegenheiten.
Wenn man alleine die Gewalt ansieht, die durch die Hartz IV Gesetzgebung gegen Menschen ausgeübt wird dann wird schnell deutlich, das es jederzeit eine Reihe von guten Gründen gibt, eine Reaktion auf diese Gewalt zu zeigen. Das gleiche gilt bei der Zerstörung der Sozialen Sicherungssysteme durch Rürup, Riester, Raffelhüschen und Rösler.
Diesen Typen aufs Maul zu hauen, bringt natürlich nur eine kurzfristige Befriedigung und danach Knast oder Psychiatrie. Aber die Bilder die von Berlusconi um die Welt gingen, haben gezeigt, dass man auch solchen Leuten ihr arrogantes Grinsen aus dem Gesicht schlagen kann. Sie sind verletzlich.
Dazu braucht es aber noch nicht einmal direkte Gewalt. Es reicht auf die Straße zu gehen und ihnen das Misstrauen und den Hass entgegen zu schreien. Berlusconis Stärke war bisher die Schwäche seiner Gegner. Nun hat er Angst. Das macht ihn gefährlicher und verletzbarer zugleich. Er konnte in einem Netz von Leibwächtern nicht wirklich geschützt werden.
Alle anderen in seiner Position werden jetzt nachdenken. Sie werden in ihre Völker hineinhorchen. Wenn sie dort nichts hören, wird der Vorfall nach Tagen schon wieder vergessen sein. Es ist wichtig, dass sie die Wut und die Verzweiflung zu hören bekommen. Nur das macht sie ängstlich und könnte sie dazu bringen die schlimmsten Gewalttaten gegen die Bürger noch herauszuzögern.
Die Bürger in Europa kämpfen gerade einen letzten Kampf um Bürgerrechte und persönliche Freiheit. Wenn der endgültig verloren ist, gibt es für Kapital und Politik kein halten mehr. So wie sich Roland Koch das ZDF zu seinem privaten Verdummungskanal machte, werden andere den Rest unter sich aufteilen und den Bürger bluten lassen.
Es geht schon nicht mehr darum den Anfängen zu wehren. Es geht darum das schreckliche Ende zu verhindern.
Quelle: Duckhome

