Die Ausbreitung der Schweinegrippe hat einen weltweit einmaligen Prozess in Gang gesetzt: Nie zuvor sind Medikamente in Form von Impfstoffen so schnell und mit so wenigen klinischen Langzeitdaten über mögliche Risiken und Nebenwirkungen vermarktet worden. Ein neues Sachbuch wirft eine entscheidende Frage auf: ist die Schweinegrippe ein Jahrtausend-Fake? Ich sprach mit den Herausgebern des Werks, die das Buch als Independent-Produktion des Magazins LifeGen.de bei Books on Demand verlegten.
Froböse: Haben Sie sich eigentlich gegen Schweinegrippe impfen lassen?
Georgescu: Wir vertrauen den Aussagen der Pharmaindustrie und haben daher auf eine Impfung verzichtet, auch unsere Kinder erhielten kein entsprechendes Vakzin.
Froböse: Die Pharmaindustrie hat Ihnen von einer Impfung abgeraten?
Georgescu: Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller lässt uns seit Jahren seine Pressemitteilungen zukommen. Darin ist immer wieder zu lesen, dass die Entwicklung eines neuen Medikaments rund zehn Jahre dauert und nahezu eine Milliarde Euro an Entwicklungskosten verschlingt. Diesen Aussagen glauben wir – und da keine davon für die Vakzine gegen H1N1/A zutrifft, lassen wir die Finger davon.
Froböse: Die WHO rät aber ebenso wie der Gesundheitsminister hierzulande zum Vakzin….
Vollborn: …wobei man wichtige Studien der Vergangenheit ausblendet. Erinnern wir uns doch, dass die Schweinegrippe bereits 1976 in den USA grassierte und damals die Impfungen auf Grund der enormen Nebenwirkungen eingestellt wurden. Kennt Herr Rößler diese Publikationen im Lancet als Arzt nicht?
“Das ist keine Pandemie, das ist nicht einmal eine normale saisonale Grippe.”
Froböse: Die These, es handele sich um einen gigantisches Fake, können Sie trotz solcher Unstimmigkeiten doch nicht belegen.
Georgescu: Wir können die Indizien liefern, und die ergeben ein Gesamtbild. Die Deklaration von H1N1/A zur Pandemie widerspricht beispielsweise den bisherigen Definitionen einer globalen Seuche. Wir haben weltweit rund 7000 Todesfälle, in Deutschland starben vielleicht 50 Menschen. Das ist keine Pandemie, das ist nicht einmal eine normale saisonale Grippe. Zudem warnte die amerikanische CDC schon vor der Schweinegrippe davor, dass bestimmte antivirale Blockbuster nicht mehr greifen – genau die erfuhren aber ein Comeback und bescherten den Konzernen frische Milliarden.
Froböse: Der Erreger könnte aber zum Killervirus mutieren….
Georgescu: ….eine Befürchtung, die man durchaus ernst nehmen muss, nur: genau das hörten wir bei SARS und der Vogelgrippe. Richtig verdient hat die Pharmabranche allerdings erst bei der Schweinegrippe-Pandemie. Allein das Comeback des antiviralen Mittels Tamiflu zeigt doch, um was es geht. Die Zulassungsbehörde EMEA attestiert, dass Tamiflu nicht heilt, sondern lediglich die Erkrankungsdauer verkürzt, und das von 5,2 auf 4,2 Tagen.
Froböse: Und die deutschen Zulassungsbehörden sind demnach allesamt korrupt?
Vollborn: Transparency International jedenfalls sah die Ständige Impfkommission (STIKA) unter Korruptionsverdacht, und die ist dem RKI angegliedert. Ein Direktor des RKI sagte uns schon vor Jahren und off-the-record, dass die Behörde auf Grund von Geldmangel praktisch keine eigene Forschung mehr betreibt, sondern Aufträge ausgliedert und an Dritte vergibt. Auch ohne Schweinegrippe: Das ist nicht gut.
Froböse: Der Gesundheitsminister….
Vollborn: …ist Arzt und müsste sich fragen, warum unzählige Mitglieder des Deutschen Bundestags ganz legal auf der Payroll der Pharmaindustrie stehen. Wir haben das bereits 2005 in dem Sachbuch “Die Gesundheitsmafia” beschrieben, das damals bei S.Fischer erschien.
“Konzerne arbeiten nicht mit Bananen, sondern mit tödlichen Erregern”
Froböse: Glauben Sie daran, dass H1N1/A ein Laborunfall war oder gar in einer Vakzinherstellungs-Anlage entstanden sein könnte?
Georgescu: Was wir glauben, spielt keine Rolle. Wir wissen aber, dass die Sicherheitslücken in BSL 2 und BSL 3 Anlagen massiv sind. Erst im Februar dieses Jahres hat der Pharmakonzern Baxter versehentlich vier Labors in Europa mit dem tödlichen Vogelgrippe-Erreger kontaminiert. Auch Deutschland war davon betroffen. So etwas darf nicht passieren, die Konzerne arbeiten nicht mit Bananen, sondern mit tödlichen Erregern. Unfälle wie mit H5N1 zeigen doch, dass alles möglich ist – versehentlich.
Froböse: Was sollen die Menschen jetzt tun?
Georgescu: Ihren Gesundheitszustand checken lassen. Wir gehen davon aus, dass es zu einer globalen Prozesswelle kommen wird, weil viele Nebenwirkungen und Schäden erst zeitverschoben auftreten könnten. Den Jetzt-Zustand exakt zu dokumentieren könnte also für potenziell Geschädigte in spe elementar sein.
Froböse: haben Sie eigentlich keine Angst davor, von der Pharmabranche verklagt zu werden?
Georgescu: Warum sollten wir? Es gibt in der Pharmaindustrie eine Menge ethisch korrekter Menschen und Manager, die das Geschehen 2009 sicherlich auch selbstkritisch beobachten. Ein Prozess gegen Buchautoren würde das, was wir als Buch herausbrachten, auf immer und ewig juristisch aktenfest machen und weitaus unliebsamere Fragen aufwerfen. Die würden zudem im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit gelangen. Was das bedeutet, weiß die Tabakbranche in den USA zu berichten. Wir meinen, dass die drei, vier globalen Player, um die es eigentlich im Fall von H1N1/A nur geht, zurück zu einer Politik der ruhigen Hand finden sollten. Unsere Botschaft im Interesse aller beteiligten ist daher: Verkauft innovative und gute Medikamente für gutes Geld – aber nur solche, die in klinischen Langzeitversuchen ausreichend getestet wurden.
Quelle: Readers Edition


