FBI nutzt Foto eines Abgeordneten für Osama-Bildmontage

von F. William Engdahl

Zu welchen Mitteln die US-Regierung greift, um den Osama-bin-Laden-Mythos auch lange nach dessen mutmaßlichem Tod lebendig zu erhalten, zeigt sich an den neuesten Bildern, die das amerikanische FBI veröffentlicht hat. In dem peinlichen Versuch, Osama so darzustellen, wie er heute, zehn Jahre nachdem die letzten Fotos von ihm gemacht wurden, aussehen könnte, hat das FBI Bilder benutzt, die nichts mit Osama bin Laden zu tun hatten. Dieser Schuss ging nach hinten los – die bereits angeschlagene Glaubwürdigkeit der Regierung in Washington hat nochmals schweren Schaden genommen.

Das amerikanische Federal Bureau of Investigation ist dabei ertappt worden, dass das Foto eines spanischen Parlamentsabgeordneten verwendet worden ist, um ein Bild zu erstellen, das angeblich den meistgesuchten Terroristen der Welt zeigt, wie er Jahre nach seinem Verschwinden aussehen könnte.

Die beiden von einem forensischen Experten des FBI hergestellten Bilder, die Osama zeigen sollten, wie er vermutlich aussähe, wurden auf Rewards for Justice, einer vom Bureau of Diplomatic Security des Ministeriums betriebenen Website des US-Außenministeriums, veröffentlicht. Die inzwischen wieder entfernten Bilder beruhten auf zwei Fotos des spanischen Parlamentsabgeordneten Gaspar Llamazares, der es offenbar gar nicht lustig fand, sein Gesicht auf der Liste der meistgesuchten Terroristen der US-Regierung wiederzufinden. Berichten zufolge stammt das letzte Foto von bin Laden, über das das FBI verfügt, aus dem Jahr 1998.

»Ich war überrascht und empört, denn das Foto einer realen Person zu nutzen, um ein Bild eines Terroristen zu fabrizieren, ist wohl das Schamloseste, was man sich denken kann«, sagte Llamazares bei einer von ihm selbst einberufenen Pressekonferenz. »Man könnte darüber lachen, wenn es nicht um ein so ernstes Thema wie bin Laden und die Sicherheit der Bürger ginge.« Llamazares ist der ehemalige Vorsitzende der spanischen Partei Izquierda Unida (Vereinigte Linke) und deren derzeitiger Sprecher im Parlament.

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Diese drei Fotos wurden vom FBI auf die Website des US-Außenministeriums gestellt, um zu zeigen, wie Osama bin Laden heute aussehen könnte. Die beiden Bilder rechts sind Aufnahmen eines lebenden spanischen Parlamentsabgeordneten, der sich nicht gerade erfreut zeigte.

Das FBI musste zugeben, dass ein Bild aus dem Internet verwendet und so bearbeitet worden war, dass es zeigte, wie bin Laden ihrer Theorie nach heute aussehen könnte – falls er überhaupt noch am Leben ist. »Der beauftragte Spezialist konnte auf den vorliegenden Bildern keine geeigneten Gesichtszüge ausmachen und holte sich diese teilweise aus dem Internet«, teilte das FBI mit. Es verstoße gegen die Politik der Behörde, wenn die entsprechenden Spezialisten Bilder aus dem Internet bearbeiteten. Laut Llamazares zeigt dieser Fehler, »wie tief« die US-Geheimdienste gesunken sind – eine Aussage, der man schwerlich widersprechen kann.

Ist bin Laden überhaupt noch am Leben?

Die Bush-Regierung hat nach den Terroranschlägen auf die Türme des World Trade Centers und das Pentagon am 11. September 2001 einen weltweiten »Krieg gegen den Terror« erklärt. Die Regierung hatte nach den Anschlägen umgehend behauptet, der in Saudi-Arabien geborene Osama bin Laden und eine Organisation namens al Qaida hätten es aus Höhlen in der Region von Tora Bora in Afghanistan heraus irgendwie geschafft, diese höchst komplizierte und umfangreichste Terrorattacke aller Zeiten zu steuern. Innerhalb weniger Wochen, nach Bombenangriffen und Schmiergeldzahlungen an afghanische Stammesfürsten, die dafür den Taliban die Unterstützung aufkündigen sollten, schwenkte die Bush-Regierung ohne jegliche Erklärung, was das nun mit Osama bin Laden zu tun hätte, um und begann mit der Vorbereitung auf einen militärischen Angriff gegen den Irak – ungeachtet aller Beweise, dass der weltliche Diktator Saddam Hussein sich als erbitterter Gegner der saudischen ultrareligiösen Moslems der Wahabisten oder salafitischen Sunnis betrachtete.

Der jüngste Versuch des FBI, jetzt unter der  Regierung Obama, Osama bin Ladens Bild »auf den neuesten Stand zu bringen« und dabei Bilder eines spanischen Parlamentsabgeordneten zu verwenden, erscheint noch bizarrer im Lichte der Aussage der pakistanischen Politikerin Benazir Bhutto in einer Sendung der BBC am 2. November 2007. Kurz vor ihrer Ermordung hatte sie im Verlauf eines Interviews mit David Frost erklärt, bin Laden sei von Omar Sheikh ermordet worden. Die Sunday Times aus London hatte Omar Sheikh einmal folgendermaßen beschrieben: »… kein gewöhnlicher Terrorist, sondern einen Mann mit Verbindungen zu hochrangigen pakistanischen Militär- und Geheimdienstkreisen …«

Und wie auf ein Stichwort hin gingen kurz nach der Ermordung der ehemaligen pakistanischen Premierministerin nicht namentlich genannte »hohe US-Beamte« angeblichen Hinweisen nach, al Qaida habe Frau Bhutto ermordet. Später gaben die USA eine Erklärung heraus, wonach sich »Osama« persönlich in Kürze zum Irak äußern werde. Es wirkte wie ein Manöver, den Osama-Mythos am Leben zu halten und Bhuttos Aussage in der BBC unter den Teppich zu kehren. Die jüngste Panne des FBI mit dem für die Montage eines Osama-Bildes benutzten Foto eines spanischen Parlamentsabgeordneten ist ein Indikator dafür, dass in Washington völliges Durcheinander herrscht.


Quelle: Kopp Verlag – News-Feed


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