Die Konjunktur, darunter versteht man im allgemeinen Sprachgebrauch die ‚gute’ oder ‚schlechte’ Geschäftslage, geht nach unten. Das Volumen der Produktion verringert sich, die Zahl der Beschäftigten sinkt dementsprechend. Um die Umsätze einigermaßen stabil zu halten, wenn sie schon nicht vergrößert werden können, steigen die Preise. Der Geld- und Kapitalmarkt verknappt sich.
Die zuletzt deutlich gestiegene Inflationsrate belastet einer Studie zufolge kinderreiche Familien weitaus stärker als kinderlose Verbraucher. Wie der Schweizer Inflationsexperte Wolfgang Brachinger im Auftrag der ARD-Sendung “Hart aber fair” berechnete, spüren Familien aufgrund ihres speziellen Einkaufsverhaltens zurzeit einen Anstieg ihrer Ausgaben in Höhe von bis zu fünf Prozent. Die durchschnittliche Inflationsrate in Deutschland lag dagegen in den vergangenen Monaten bei rund drei Prozent.
Belastung durch Kosten für Bildung und Essen
Brachinger kam in der Studie, die er am Forschungszentrum für Wirtschaftsstatistik der Universität Fribourg erarbeitete, zu dem Ergebnis, dass vor allem die Kosten für Bildung, Nahrungsmittel und Bildung kinderreiche Familien überdurchschnittlich stark belasten. Sie investierten weitaus mehr in Schulmaterial, Nachhilfe oder Studiengebühren als Kinderlose. Die jüngste Preissteigerung in diesem Bereich um 35 Prozent mache sich dadurch besonders deutlich bemerkbar.
Ein ähnliches Bild zeichnete Brachingers Studie für Lebensmittel. Ein durchschnittlicher Haushalt gebe zehn Prozent des Einkommens dafür aus, Familien mit mehreren Kindern dagegen bis zu 18 Prozent. Da die Teuerungsrate für Nahrungsmittel zurzeit bei 8,2 Prozent liege, treffe dies die Familien besonders. Für Verkehr geben durchschnittliche Haushalte demnach 13 Prozent des Einkommens aus, kinderreiche Familien aber bis zu 17 Prozent. Daher schlage sich auch in diesem Bereich der erhebliche Anstieg der Preise für Benzin, Autos und öffentliche Verkehrsmittel stärker nieder.
Das Netto-Einkommen pro Kopf sinkt
Der Studie zufolge sinkt das verfügbare Netto-Einkommen pro Kopf mit jedem Kind. Daran änderten auch Leistungen wie das Kindergeld nichts. Daher seien Familien gezwungen, einen wachsenden Teil ihrer Einkommen für Güter des täglichen Bedarfs auszugeben, die zuletzt besonders von steigenden Preise betroffen waren. Brachinger sagte vor diesem Hintergrund, dass Familien “nach der Geburt eines Kindes ihr Konsumniveau immer weiter einschränken müssen”.

