Kasachstans Banken sind zahlungsunfähig

Kasachstan, das 1991 seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion erklärte, ist ein rohstoffreiches Schwellenland. Erdöl- und Erdgasförderung sowie Ölprodukte bilden die Basis der Wirtschaft. Bereits in den 1990er-Jahren wurden die größten Erdölreserven der letzten 30 Jahre gefunden. Gemessen an der Fläche ist es das neuntgrößte Land der Erde – aber mit nur 16 Millionen Einwohnern.

Eines der korruptesten Länder der Welt

Kasachstan ist laut der Nicht-Regierungs-Organisation Transparency International auch eines der korruptesten Länder der Welt. (1)

Geblendet vom Rohstoffreichtum haben viele westliche Geldinstitute der Bank Turan Alem (BTA), der größten Bank in Kasachstan, erhebliche Kreditmittel zur Verfügung gestellt. Doch deren ehemaliger Vorstand Mukhtar Ablyazov ist derzeit Mittelpunkt von Ermittlungen über den Verbleib eines Großteils der Gelder. (2)

Deutschen Steuerzahlern drohen millionenschwere Ausfälle

International gerät Kasachstan immer mehr unter Druck, endlich unbezahlte Rechnungen in Milliardenhöhe zu begleichen. Allein bei Deutschland stehen die Banken des zentralasiatischen Staates  mit Hermes-Exportbürgschaften von insgesamt 800 Millionen Euro in der Kreide. Geld, für das der Steuerzahler aufkommen müsste.

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Die weltweiten staatlichen Kreditversicherer verlangen von der Regierung in Astana endlich eine Staatsgarantie für die Forderungen gegenüber den kasachischen Banken, denn das Großinstitut BTA wie auch Alliance sind zahlungsunfähig und die Bankenaufsicht droht mit deren Schließung.

Sollten die Banken dichtmachen, werden deutsche und internationale Kreditversicherer Milliarden abschreiben müssen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch, denn wie die Ratingagentur Standard & Poors analysierte, sind insgesamt 16 Milliarden Dollar für die Rettung des schwer angeschlagenen Bankwesens nötig. Sie rechnet mit Kreditausfällen bis zu 42 Prozent.

Kasachstan selbst will einen Teilforderungsverzicht bei den Kreditgebern durchbringen, diese lehnen jedoch ab. Im Gegenteil verlangen sie eine Garantie für den Erhalt der BTA und Staatsgarantien für ihre Forderungen.

Wie nun Verhandlungskreise verlauten ließen, soll bis Ende Januar eine Lösung gefunden werden. (3)

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­(1) http://www.icgg.org/corruption.cpi_2008.html vom 23. September 2008

(2) http://www.nytimes.com/2009/11/28/business/global/28kazakh.html

(3) Handelsblatt vom 11.12.2009


Quelle: Kopp Verlag


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