Es ist ein schlichter Sevenload-Player, der dem Betrachter auf kontext-tv.de daher kommt. Ein einziger Satz prangt über dem Video, das eine waschechte Premiere in der deutschsprachigen Internetwelt darstellt. “Das ist die Pilotsendung ‘Countdown to Copenhagen’ anläßlich des Klimagipfels in Kopenhagen vom 7. bis 18. Dezember 2009″ ist da zu lesen. Und beim Start des Clips, der sich zunächst eher durch die Schlichtheit der Hintergrund-Einrichtung auszeichnet, mag man immer noch nicht so recht daran glauben, dass hier etwas wirklich Großes im Gange sein soll.
“Wir wollen in Zukunft Diskussionen bieten, auch jenseits parteipolitischer Querelen”
Doch immerhin erregte der Vorstoß der beiden Journalisten David Goeßmann und Fabian Scheidler bereits so viel Aufsehen, dass sie heute als Video-Tipp auf turi2.de geführt und als Nachrichtenmagazin, welches sich “unabhängig von Werbeeinnahmen durch Spenden finanzieren soll” angepriesen werden. Da lohnt es also nachzuforschen.
Der Autor Scheidler und sein Kollege Goeßmann beschreiben ihren Start am 6. Dezember schon etwas ausführlicher: “Bei Kontext geht es um Hintergründe und Zusammenhänge, um Stimmen aus dem In- und Ausland, die oft zu wenig gehört werden, weil sie nicht die Megaphone der Macht besitzen. Wir wollen in Zukunft Diskussionen bieten, auch jenseits parteipolitischer Querelen. Kurz, es geht um das, was Nachrichten eigentlich leisten sollen: Die Menschen befähigen, sich in Politik und Gesellschaft einzumischen.”
“Demokratie kann nur so gut sein, wie die Bürger informiert sind.”
In ihre einstündigen Debüt-Sendung hat sich das Duo hierzu gleich eine ganze Schar an hochkarätigen Gästen eingeladen. Darunter der renommierte Klimaforscher Hartmut Graßl, aber auch der Gründer der Transition-Town-Bewegung, Rob Hopkins. Unterstützt werden die beiden Nachrichtenmacher dabei von Damen und Herren wie Peter Grottian, Professor für Politikwissenschaften an der FU Berlin oder Sabine Leid, MdB und ehemalige Geschäftsführerin von Attac Deutschland. Der freie Publizist und Sachbuchautor Werner Rügemer, der ebenfalls zu Kreis der Befürworter gehört, beschreibt die Notwendigkeit eines solchen Konzeptes wie folgt: “Die großen Medien können sich aus ihrer lukrativen Komplizenschaft mit dem vorherrschenden Wirtschaftstyp nicht selbst lösen. Wir müssen neue, eigene, mit der Praxis der kapitalismuskritischen Alternativebewegungen verbundenen – nicht identischen! – demokratisch organisierten Medien gründen und betreiben, mit langem Atem!” Das können auch die beiden Macher unterschreiben, die sagen: “Demokratie kann nur so gut sein, wie die Bürger informiert sind.”
Künftig wollen sie das – inspiriert vom Engagement der US-amerikanischen Journalistin Amy Goodman und ihrer Sendung “Democracy Now!” – fünfmal pro Woche, jeweils eine Stunde über das Internet sowie lokale Radio- und Fernsehstationen bieten.
Hier nun ihre erste Sendung:
Quelle: Readers Edition

