von Querschuss

Spanien steht mit seinem Staatshaushaltsdefizit zwar nicht so wie Griechenland im Fokus der Medien, aber die spanische Neuverschuldung im Jahr 2009 hatte es in sich! Kräftige 11,4% des nominalen BIPs bzw. 116,977 Mrd. Euro betrug die Neuverschuldung des spanischen Staates! Dies war eine exorbitante Steigerung gegenüber einer Neuverschuldung von “nur” 4,1% des nominalen BIPs in 2008 und von 1,9% in 2007!

Zum Ende 2009 markiert die ausstehende Staatsverschuldung Spaniens 475,402 Mrd. Euro! 1987 waren es 87 Mrd. Euro!

Die Regierung Spaniens hat angesichts der Unruhe an den Finanzmärkten um Vertrauen in die Fähigkeit des Landes geworben, die hohe Staatsverschuldung zu überwinden. So teilte heute das spanische Finanzministerium mit, die Neuverschuldung des Staates angeblich um -34% auf 76,8 Mrd. Euro für 2010 senken zu wollen. Trotzdem wird die Staatsverschuldung auf insgesamt 552 Mrd. Euro bzw. auf 65,9% des nom. BIPs steigen, nach 55,2% im Jahr 2009 und 39,7% im Jahr 2008! Besorgniserregend ist nicht mal der absolute Stand der Staatsverschuldung von erwarteten 65,9% zum nominalen BIP, sondern der rasante Anstieg!

Auf dem Weg zur Senkung der Neuverschuldung möchte Spaniens Regierung Arbeitsmarktreformen und eine Anhebung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre durchsetzen. Wie “erfolgreich” ein solches Unterfangen einer Arbeitsmarktreform und der Anhebung des Renteneintrittsalter sein kann, davon konnten wir Deutschen uns bereits ein Bild machen. Absenkung der sozialen Standards wäre die ehrlichere Bezeichnung für solche “Reformen”! Spanien versucht diesen Weg nun, der auch zur weiteren Schwächung der Binnenkaufkraft führt, mitten in der Wirtschaftkrise.

Das spanische Bruttoinlandsprodukt sank im 4. Quartal 2009 das 7. Quartal in Folge um -0,1% zum Vorquartal. Im Gesamtjahr 2009 schrumpfte das BIP um -3,6%!

Wie schlimm die Krise in Spanien zuschlägt, verdeutlicht das trotz 11,4% Neuverschuldung des Staates vom BIP im Jahr 2009 die Arbeitslosenzahlen steil nach oben schossen. Ohne exzessives Deficit Spending sähe es sicher noch schlechter aus. Im Dezember lag laut Eurostat die Arbeitslosigkeit in Spanien bei 19,5%. Die Jungendarbeitslosigkeit der unter 25-jährigen lag im Dezember 2009 bei beschämenden 44,5% und damit am höchsten in der gesamten EU-27!

Der explosionsartige Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 4,0485 Millionen Spanier ohne Job im Januar 2010, ein Anstieg von +124′890 bzw. 3,2% zum Vormonat und von 720′692 bzw. um +21,7% zum Vorjahresmonat! Quelle Daten: Sepe.es

Die 10-jährigen spanischen Staatsanleihen rentieren aktuell 100 Basispunkte über den deutschen 10-jährigen Staatsanleihen. 2010 wird ein Volumen von ca. 120 Mrd. Euro bzw. 26,3% der spanischen Staatsanleihen fällig. Eine Refinanzierung wird durch die höheren Renditen, die der Kapitalmarkt verlangt, auf jeden Fall teurer, vielleicht irgendwann sogar unmöglich.

10-jährige Staatsanleihen der PI(I)GS:
Portugal: 4,76%
Irland: 4,94%
Italien: 4,09%
Griechenland: 6,76%
Spanien: 4,15%

Deutsche 10-jährige Staatsanleihen rentieren bei 3,15%!

Reloaded: “Spanien in der Dauerkrise”

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Quelle: Querschüsse

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